In den letzten Artikeln stand für eine ausgewogene Ernährung und die Versorgung mit den wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und den hilfreichen sekundären Pflanzenstoffen immer Obst, Gemüse und Salat an erster Stelle. Nun hat deren unbedenklicher Verzehr durch die neuesten Meldungen doch stark gelitten. Gefährliche Escherichia-coli-Bakterien auf Gurken und sowohl das Robert-Koch-Institut als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen vorsorglich auch bei Tomaten und Blattsalate Vorsicht walten zu lassen, machen wenig Appetit. Solange nicht die genaue Infektionsquelle bekannt ist wird die Warnung ausgesprochen, generell bei Rohkost vorsichtig zu sein. Andernfalls droht eine gefährliche Darminfektion mit Erbrechen, blutigen Durchfällen, Nierenschädigungen und der lebensbedrohlichen Folgeerkrankung, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das tödlich enden kann.
Es gilt, so wie schon immer propagiert, die Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich zu reinigen. Dabei reicht eine sorgfältige Reinigung und abwaschen mit warmem Wasser aus und bietet das Maß an Sicherheit, das jeder selbst für einen risikoarmen Verzehr tun kann.
Zu Rohkost zählen alle Lebensmittel, die im Naturzustand gegessen, also weder gekocht, gedünstet, gebacken, gebraten oder sonstwie gegart werden.
Im Vorteil sind da die Lebensmittel, die man vor dem Genuss erhitzen muss. Der Sinn dessen ist eigentlich die entsprechenden Nahrungsmittel dadurch verdaulicher zu machen. Bei der Hitzebehandlung werden dann auch potenzielle Krankheitserreger, die auf oder in dem Lebensmittel sind, abgetötet. So auch im Falle von EHEC, wo eine Temperatur über 70 °C die Bakterien abtötet.
Unter diesem Gesichtspunkt hat Gemüse einen entscheidenden Vorteil.
Was viele vielleicht nicht wissen ist, das auch Fleisch, Fisch und Rohmilchprodukte zur Rohkost zählen. Fleisch wird, bis auf rohes Mett, im Prinzip immer einem Garprozess unterzogen, ebenso wie Fisch.
Zu den Rohmilchprodukten zählen, neben der Rohmilch oder auch Vorzugsmilch, verschiedene Käsesorten, die auch Rohmilch hergestellt werden. Das sind Frischkäse, Weichkäse, Schnittkäse oder halbfester Schnittkäse. Hartkäse ist durch seinen langen Reifungsprozess unbedenklich.
Unbedenklich sind natürlich alle pasteurisierten oder ultrahocherhitzten Milchprodukte, die während der Verarbeitung auf mehr als 60° Grad erhitzt werden.